Jiran war der dreizehnte Sonnenkönig auf dem Sonnenthron des Carja-Sonnenreichs und von 3016 bis 3037 der absolutistische Anführer des Carja-Stammes.

Er entstammte wie alle Sonnenkönige der "erleuchteten" Blutlinie Aramans, des ersten Sonnenkönigs. Seine 21 Jahre währende Herrschaft war nach kurzer Zeit gekennzeichnet von geistigem Verfall, Wahnsinn, extremer Paranoia, maßloser Gewalt und des nicht endenden Blutvergießens, genau so wie zehn Jahren permanenter Feldzüge gegen die benachbarten Stämme der Utaru, Nora, Banuk und Oseram. Jirans Herrschaft fand 3037 ein Ende, als sein eigener Sohn, Avad, sich gegen den Wahnsinn seines Vaters stellte und ihn nach der erfolgreichen Belagerung und Eroberung Meridians schließlich gezwungenermaßen eigenhändig tötete.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jiran war der Sohn des zwölften Sonnenkönigs Hivan. Der Name seiner Mutter ist unbekannt. Er selbst war zweimal verheiratet, nach dem Tod seiner ersten Frau zuletzt mit Königin Nasadi. Aus erster Ehe stammen seine beiden ältesten Söhne, Kronprinz Kadaman und Prinz Avad, aus der Ehe mit Nasadi ging Prinz Itamen als dritter und jüngster Sohn hervor.

Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allen bekannten Quellen zufolge begann Jirans Herrschaft durchaus positiv und er galt als fähiger und beliebter König. Er verteidigte unter Anderem das Sonnenreich erfolgreich gegen Überfälle konkurrierender Stämme. Doch bereits zu dieser Zeit seiner Herrschaft war es für die Carja selbstverständlich, Sklaven zu nehmen und für ihre Zwecke zu benutzen. Jirans Herrschaft begann ihren Sturz in die Barbarei, als 3020 ohne jede Vorwarnung der nordöstlich des Sonnenreichs gelegene Berg King's Peak explodierte. Unfähig, die wahren Gründe für die gewaltige Detonation zu ergründen, deuteten die Carja dieses Ereignis, das die Sonne verdunkelte, als äußerst schlechtes Omen. Diese Sichtweise verstärkte sich in den Folgejahren, als die Maschinenstörung immer deutlichere, aggressivere Veränderungen im Verhalten der zahllosen, bis dahin friedlichen Maschinen auslöste. Aber auch zu diesem Zeitpunkt war Jiran noch ein fähiger Anführer, der seinen Stamm und das Reich gegen die ersten Wellen aggressiver Maschinen verteidigte.

Jirans Berater, vor allem die Sonnenpriester unter Bahavas, deuteten diese Maschinenstörung indes derart, dass die Sonne, die oberste Gottheit der Carja, verärgert sein müsse. Auf irgend eine Weise mussten die Carja den Anforderungen ihrer Gottheit nicht genügt haben. Die Lösung bestand in Opfergaben, doch als diese im weiteren Verlauf keine Wirkung zeigten und die Maschinen immer aggressiver wurden, bestand die logische Schlussfolgerung darin, den Wert der Opfer zu erhöhen... bis die Carja schließlich auf Bahavas Empfehlung und Jirans Weisung begannen, im Sonnenring erste Menschenopfer darzubringen. Da auch dies keine Wirkung zeigte, wurden die Opfer immer zahlreicher und bald reichten die Freiwilligen, Sklaven und Verurteilten nicht mehr aus. Anstatt den eingeschlagenen Weg zu überdenken und zu bewerten, bestand Jirans Lösung darin, Menschen von den benachbarten Stämmen zu erbeuten, um sie zu opfern. Die roten Raubzüge begannen 3027 und sollten zehn Jahre wüten. Immer wieder überfielen die Truppen der Carja nun die Nachbarstämme und die Unglücklichen, die ihnen dabei in die Hände fielen, fanden ein schreckliches Ende als Sonnenopfer.

Diese Politik hatte unter den Carja nicht nur Unterstützer. Doch Jiran deutete Einwände oder gar offene Kritik immer mehr als Untergrabung seiner Herrschaft und die Carja, die seine Vorgehensweise nicht vorbehaltlos unterstützten, sahen sich in eine Ecke mit Verrätern gestellt. Auch sie wurden immer öfter verhaftet - und konsequenterweise als Sonnenopfer missbraucht. Doch gerade diese Vorgehensweise schürte den Unmut und die Ablehung unter den Carja nur noch mehr und Jiran, dem dies nicht verborgen blieb, reagierte mit einer immer schneller eskalierenden Spirale der Gewalt, genährt von immer grenzenloserer Paranoia und Misstrauen gegen jedermann. Verstärkt wurde sein Wahn zudem durch den Fanatismus, mit dem Bahavas und seine Sonnenpriester die Politik der Menschenopfer verteidigten und als von der Sonne befohlen darstellten. Sich gegen diese Opfer auszusprechen, war also in den Augen der Fanatiker nicht nur eine Untergrabung der Autorität des Sonnenkönigs, sondern ein Frevel gegen die Sonne selbst. Schließlich reichte allein schon der Verdacht, man könne auch nur geringste Vorbehalte hegen, um im Sonnenring zu landen und sein Leben zu verlieren. Gleichzeitig verfiel der Geist des einst so beliebten Königs immer schneller und immer mehr Carja wandten sich innerlich von ihrem offenbar von der Sonne verfluchten König ab, nur noch darauf bedacht, nicht zum Ziel seines Wahnsinns zu werden. Dieser verlor immer mehr den Kontakt zum eigenen Volk, selbst umgeben von speichelleckenden Jasagern und Bahavas fanatischen, von der eigenen Macht korrumpierten Gefolgsleuten. Nur wenige wagten es noch, offen Widerstand zu leisten, legendär wurden hierbei die Habichte der Jäger-Loge, die sich unter Führung von Sonnenhabicht Thalavad Khane Padish im Sonnenring vor aller Augen zwischen die Verurteilten und die rasenden Maschinen stellten... und im darauffolgenden, außer Kontrolle geratenen Gemetzel bei der Verteidigung der Zuschauer allesamt getötet wurden.

Jirans Ende brach an, als er in seinem Wahn nicht einmal mehr vor seinem eigenen Sohn und Kronprinzen Kadaman Halt machte. Kadaman sprach sich nach langem Zusehen schließlich offen gegen die Politik der Menschenopfer aus, die erkennbar keinerlei Wirkung zeigte. Doch Jiran reagierte so, wie er immer reagierte: Er bezichtigte seinen eigenen Sohn des Verrats und ließ ihn im Sonnenring erniedrigen und umbringen. Damit war das Maß voll! Sein zweiter Sohn und jetzt Kronprinz Avad floh mit seiner Garde und seinen Gefolgsleuten aus Meridian ins Gebiet der Oseram. Er schmiedete mit ihnen eine Allianz, allen voran Ersa, einer Bekannten aus früheren Tagen, die mittlerweile eine der stärksten Oseram-Einheiten anführte. Zusammen mit Ersa, ihren Truppen und Carja-Rebellen marschierte Avad auf Meridian. Die Armee der Carja, innerlich uneins, zerfiel ohne nennenswerten Widerstand, viele Soldaten legten ihre Waffen nieder oder schlossen sich den Rebellen an. Jene, die Jiran treu blieben, flohen zurück in die Hauptstadt. Schließlich kreisten die Rebellen Meridian ein und zertrümmerten ihre Wälle mit Hilfe neuartiger Geschütze, die die Oseram für genau diesen Zweck entwickelt hatten. Jirans Loyalisten leisteten zwar trotz schwerer Verluste erbitterten Widerstand in der Hauptstadt, aber Avads Truppen waren ihnen überlegen.

Avad konfrontierte seinen Vater schließlich im Wintergarten des Sonnenpalasts und forderte ihn zur Kapitulation auf. Doch Jirans Wahnsinn machte es diesem unmöglich, seine Niederlage einzusehen und sich zu ergeben. So fand der dreizehnte Sonnenkönig sein Ende durch die Hand seines eigenen Sohnes, der im Moment von Jirans Tod zu dessen Nachfolger und vierzehntem Sonnenkönig wurde.

Vermächtnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jiran, der einst das absolutistische Zentrum und die wichtigste weltliche Stütze des Carja-Sonnenreichs gewesen war, hinterließ seinem Sohn ein zerrissenes Reich, verhasst bei seinen Nachbarn und gebeutelt von den Folgen der jahrelangen Greuel, der roten Raubzüge und der Rebellion. Der Bürgerkrieg dauerte auch nach Jirans Tod an, da die Loyalisten der alten Ordnung unter ihren Anführern Helis und Bahavas sich nicht mit der neuen Situation abfinden wollten. Avad konnte lediglich ein vorläufiges Patt erreichen, mit einem geteilten Reich und einem geteilten Stamm, gefangen in einem brüchigen Waffenstillstand und unvereinbaren Standpunkten. Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis Jirans Loyalisten endgültig geschlagen werden würden. Maßgeblich dazu beitragen sollte 3039 die Nora-Jägerin Aloy, die in der zweiten Schlacht um Meridian entscheidenden Anteil am Sieg Avads haben sollte.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Sonnenkönige
  2. Der verrückte Sonnenkönig
  3. Die Störung
  4. Die Befreiung
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